Papenburg vor Ort
Aschendorf – Geschichte, Würde und eine neue Zukunft
Aschendorf soll zum lebendigsten historischen Zentrum im nördlichen Emsland werden – ein Ort, an dem Menschen wohnen, einkaufen, essen, feiern, Kultur erleben und gerne länger bleiben. Marktplatz, Große Straße, St.-Amandus-Kirche, Gut Altenkamp, Draiberg, Amtshaus Nienhaus und Emsauen werden dabei nicht mehr als getrennte Einzelorte behandelt, sondern als eine gemeinsame Erlebnisachse.
Was Aschendorf verloren hat
Aschendorf wurde um das Jahr 850 erstmals erwähnt und ist damit deutlich älter als Papenburg. 1884 wurde es Sitz eines preußischen Landkreises, 1952 erhielt es zur 1.200-Jahr-Feier die Stadtrechte. 1971 galt die Neuordnung des Ortskerns als Modellvorhaben von Bund und Land; 69 Maßnahmen wurden umgesetzt.
Am 1. Januar 1973 wurde die selbstständige Stadt Aschendorf nach Papenburg eingegliedert, mit der Kreisreform 1977 verlor sie zusätzlich den Kreissitz. Innerhalb weniger Jahre gingen politische Selbstständigkeit, Verwaltungsbedeutung und ein erheblicher Teil der öffentlichen Identität verloren.
Wir Papenburger müssen es klar aussprechen: Wir haben Aschendorf damals einen Teil seiner Identität genommen.
Was damals eine Rolle spielte, soll anhand von Ratsunterlagen, Archiven und Zeitzeugenberichten aufgearbeitet werden – gemeinsam mit den Menschen aus Aschendorf, Papenburg und der Umgebung, mit Unternehmen, Vereinen, Eigentümern, Politik und Verwaltung.
Marktplatz und Große Straße auf den Prüfstand
Das Entwicklungskonzept von 2017 sah vor, den Durchgangsverkehr deutlich zu reduzieren und den Marktplatz „vom Parkplatz zum Marktplatz“ zu entwickeln: Markt- und Festplatz, Kinderwasserspiel, Begrünung, Außengastronomie, Aufenthaltsbereiche. Heute ist die Große Straße enger – der Durchgangsverkehr aber nicht entsprechend verschwunden.
Eine Straße schmaler zu bauen ist noch kein Verkehrskonzept.
Marktplatz, Große Straße und Ringstraße kommen deshalb gemeinsam auf den Prüfstand. Sinnvoll Gebautes bleibt. Geprüft werden Verkehrsführung, Einbahnstraßen, alternative Routen, Parkplätze und Aufenthaltsflächen. Parkplätze werden nicht ideologisch abgeschafft – der wirtschaftlich wertvollste öffentliche Raum soll aber nicht überwiegend Abstellfläche sein.
Der Weihnachtsmarkt kommt zurück
Der Aschendorfer Advent kann klein anfangen – ein, zwei Buden, Musik, Glühwein, wettergeschützte Plätze – und Jahr für Jahr wachsen, wie es der Papenburger Budenzauber vorgemacht hat. Marktplatz und Gut Altenkamp werden dabei verbunden. Veranstaltungen gehören ins Zentrum, nicht an den Rand.
Gut Altenkamp und die historische Route
Gut Altenkamp wird bislang eher als Kostenfaktor betrieben. Es soll ein lebendiger Kultur- und Veranstaltungsort werden, mit verlässlichem Pflege- und Entwicklungsplan für den Garten und einer sichtbaren Verbindung zum Zentrum.
Eine historische Route verbindet St.-Amandus-Kirche, Ortskern, Marktplatz, Gut Altenkamp, Draiberg, Amtshaus Nienhaus, Galgenhügel und die Emsauen. Aschendorf braucht keine erfundene Attraktion – die wirkliche Geschichte ist stark genug.
Nienhauser Chaussee und Krematorium
Die Nienhauser Chaussee soll ein eigenständiges Hauptprojekt Aschendorfs werden. Das Papier stellt dazu offene Fragen an die Stadt: Wurde ein Erwerb des Nienhauses geprüft, das nach Angaben der Eigentümerin für rund zwei Millionen Euro zum Verkauf steht? Und wurde mit ihr vor der Planung eines Krematoriums in unmittelbarer Nähe persönlich gesprochen? Die Darstellung der Eigentümerin und die daraus folgende politische Aufarbeitung sind im vollständigen Papier ausführlich beschrieben.
Wie aus Krematorium, Nienhaus und Zeitenpark ein gemeinsamer Standort werden kann, steht auf der eigenen Seite zur Nienhauser Chaussee.
Handel, Leerstände und mehr Entscheidungskraft
Leerstände werden erfasst, Eigentümer angesprochen, Nutzungen vermittelt. Ein City- und Leerstandsmanagement verbindet Eigentümer, Unternehmen, Vereine, Kultur und Verwaltung; Zwischennutzungen erlauben es, Neues auszuprobieren.
Aschendorf hat bereits einen gewählten Ortsrat. Geprüft wird, wie dessen Budget, Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten deutlich erweitert werden können – bis hin zu der Frage, ob eine weitergehende Vertretung nach dem Vorbild einer Stadtbezirksvertretung möglich ist. Es geht dabei nicht um eine Trennung von Papenburg, sondern um Verantwortung auf Augenhöhe.
Das vollständige Papier
Dieser Text fasst zusammen. Das vollständige Papier beschreibt jeden Punkt im Detail – einschließlich der offenen Fragen zum Umgang mit dem Nienhaus: